
Das Land Hessen hat städtische Flächen im Gewerbegebiet Petersweg Ost in Wiesbaden erworben, um dort einen zentralen Standort für mehrere Polizeieinheiten zu errichten. Der Kaufvertrag über rund 24,5 Hektar und einen Preis von 52 Millionen Euro wurde diese Woche notariell beurkundet. Vertreter von Land und Stadt bezeichneten den Vertragsschluss als Grundlage für die Zusammenlegung derzeit verteilter Dienststellen.
Standort und Formalia
Nach Angaben der Länder- und Stadtverwaltung umfasst das erworbene Areal etwa 24,5 Hektar und ist derzeit als Gewerbegebiet ausgewiesen und unbebaut. Die Entscheidung zur Veräußerung war am 20. November von der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung genehmigt worden. Die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags wurde in der Woche vor dem 18. Dezember vorgenommen, an dem Vertreter des Landes und der Stadt den Abschluss öffentlich kommentierten.
Ziele des Projekts und beteiligte Behörden
Auf dem Gelände sollen langfristig das Hessische Polizeipräsidium für Technik, das Hessische Polizeipräsidium Einsatz und die Hochschule für Öffentliches Management und Sicherheit untergebracht werden. Ziel ist es, mehrere derzeit über das Stadtgebiet verteilte Standorte räumlich zusammenzuführen, Abläufe zu straffen und die Zusammenarbeit zwischen den Behörden zu stärken.
Finanzminister R. Alexander Lorz nannte den Kauf einen „grundlegenden Meilenstein“ für die Zusammenlegung verschiedener Standorte. Er betonte, dass der neue gemeinsame Standort wirtschaftlich sei und einen strategischen Mehrwert biete. Innenminister Roman Poseck sagte, die Bündelung der Polizeikräfte schaffe „effizientere Abläufe und kürzere Kommunikationswege“ und trage dazu bei, die Einsatzfähigkeit zu optimieren.
Zeitplan und Auswirkungen auf die Stadtentwicklung
Die Realisierung des Standorts ist als mehrstufiges Vorhaben geplant und soll sich laut Mitteilung bis weit in die 2030er Jahre ziehen. Mit dem Erwerb der Grundstücke beginnen nun die weiteren Planungen und die schrittweise Umsetzung. Wiesbadens Oberbürgermeister Gert Uwe Mende wünscht sich einen schnellen Baubeginn und eine zügige Umsetzung.
Mende verwies zugleich auf städtische Interessen: Die Bündelung der Behörden schaffe Innenstadtentwicklungsspielräume, der Verkauf der Gewerbeflächen am Petersweg entziehe der Stadt jedoch Flächen für die Gewerbeentwicklung. Er forderte Unterstützung des Landes bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete.
Nach Angaben der Beteiligten versprechen sich die Behörden von der räumlichen Nähe Vorteile insbesondere in den Bereichen Ausbildung und Fortbildung, Vorbereitung und Bewältigung von Einsatzlagen sowie Entwicklung und Beschaffung polizeispezifischer Technik. Konkrete Baupläne und ein verbindlicher Zeitplan für einzelne Bauabschnitte wurden bislang nicht veröffentlicht.
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